01.09.2022 - 22:09 Uhr

Den Sieg erzwungen!

SC Eschborn I - FCM I 0:1 (0:0)
Aufstellung des FCM:
Straube – Freitag, Diez, M. Giliberto – Bakay, Bariagaber, Friedrich, Atsidis, Boyardan – Aliaj, G. Giliberto
Eingewechselt: Bok, Port, Wagner
Wer daran zweifelt, dass Kreisliga-Fußball intensiv, umkämpft und hochspannend sein kann, der hätte bei diesem Spiel Anschauungsunterricht nehmen können. Es war technisch sicherlich nicht überragend, was beide Teams auf dem Eschborner Naturrasen lieferten, aber die 95 Minuten hatten ansonsten alles, was das Fußballherz begehrt – inclusive eines Happy-Ends für die Marxheimer Farben.
Unsere Reihen waren aufgrund von Verletzungen und Urlauben gelichtet und so kam z.B. mit Niklas Freitag, Nico Diez und Marco Gilberto in der Dreierkette ein Trio zum Einsatz, das es in dieser Besetzung auch nicht mehr oft geben wird. Aber trotz aller Personalsorgen warf sich die Marxheimer Elf mit vollem Elan ins Match – was übrigens für die Eschborner ebenso galt!
Das Spiel nahm sich keine Anlaufzeit und die Gästefans hatten schon nach zwei Minuten den Torschrei auf den Lippen, als Kapitän Mohamed Boyardan seine flache Hereingabe von der Grundlinie an den Fünfmeterraum zurückzog und „Tasos“ Atsidis‘ Direktabnahme vom Eschborner Schlussmann Dennis Pereira mit einem Monster-Reflex pariert wurde. Die Gastgeber ließen sich davon aber nicht nervös machen, hatten in den ersten 30 Minuten viele Ballbesitzphasen und konnten sich durch gute Raumaufteilung leichte Feldvorteile erspielen. Elhanafi El Mimouni zog einen 16-Meter-Schuss knapp am Gehäuse vorbei (5.) und FCM-Keeper Noah Straube entschärfte einen gefährlichen Freistoß aufs kurze Eck von Younes El Arkoubi (7.). Dann war vor den Toren erstmal eine kleine Ruhepause angesagt, beide Abwehrreihen agierten hochkonzentriert. Ab Mitte der ersten Halbzeit kamen wir besser ins Match und hatten durch Benjamin Bakay die nächsten Möglichkeiten. Zunächst konnte Pereira seinen 20-Meter-Schuss aus dem linken unteren Eck fischen (25.) und sein direkter Freistoß aus 18 Metern verfehlte den Torwinkel nur um wenige Zentimeter (37.). Die Marxheimer wollten mit einer Führung in die Pause und hielten nun das Tempo hoch. Atsidis schickte Boyardan mit einem Traumpass die rechte Seite entlang und wieder kam sein Ball schulbuchmäßig von der Grundlinie in den Rückraum, diesmal war es Gianfranco Giliberto, der den Ball direkt nahm, aber über die Latte setzte. Nachdem Muhamet Aliaj sein Dribbling parallel zur Strafraumlinie mit einem präzisen Linksschuss abschloss, den Pereira erneut glänzend um den Pfosten drehte, ging man mit einem torlosen Remis in die Kabinen.
Die zweite Halbzeit begann mit einem Marxheimer Schreckmoment, als Atsidis in der 50. Minute mit einem Mittelfußbruch ausgewechselt werden musste und von Jelle Bok ersetzt wurde (Gute Besserung, Tasos!!). Nun stand das Spiel wirklich auf Messers Schneide und wohl keiner hätte sich guten Gewissens auf einen Sieger festlegen können. Auf Vorlage von Amin Anedam feuerte Patrick Luca Bittner aus neun Metern einen strammen Schuss ab, den Straube reaktionsschnell vereitelte (52.). Fast hätte Straube kurz darauf einen Assist verbuchen können, denn sein genauer weiter Pass fand Boyardan, der im 1-gegen-1 mit Pereira in den Pressschlag ging und den Abpraller setzte Gian Giliberto über das nur noch von einem Abwehrspieler gehütete Tor (55.). Es folgte eine rund zehnminütige Eschborner Druckphase – zwar ohne hundertprozentige Einschussmöglichkeit, aber mit jeder Menge Eckbällen und im letzten Moment abgeblockten Schüssen. Nach einem Angriff über die rechte Seite setzte Gian Giliberto den eingerückten Bok in Szene, der seinen Schuss aus acht Metern aber ebenfalls zu hoch ansetzte (64.). Eine (vielleicht) spielentscheidende Szene ereignete sich in der 71. Minute. Torjäger Giliberto war seinem Gegenspieler Amanuel Kassa entwischt, der sich nur noch mit einem Foul helfen konnte. Für „Rot“ war es sicher ein bisschen zu wenig, aber da der sehr agile Kassa bereits verwarnt war, blieb die 10-Minuten-Zeitstrafe unausweichlich. Und genau über Kassas Seite fiel drei Minuten später der vielumjubelte Führungstreffer. Bok nahm einen Flankenwechsel gut auf, zog von der rechten Seite in den Strafraum und flankte den Ball butterweich und haargenau auf den langen Pfosten. Dort brachte sich Aliaj in Position und köpfte den Ball aus vier Metern Torentfernung unhaltbar zum 0:1 ein (74.). Die Eschborner blieben fast bis zum Spielende in Unterzahl, denn just nach Kassas Rückkehr musste Anedam für zehn Minuten (zurecht) auf die Bank. Dies hielt sie jedoch nicht davon ab, vehement auf den Ausgleichstreffer zu drängen. Die einzige wirklich klare Chance dazu ergab sich für El Arkoubi, der nach einer geschickten Freistoßvariante aus etwa neun Meter zum Schuss kam, aber einen halben Meter zu hoch zielte. Ein wenig profitierten wir in der Schlussphase von der rechten harten Gangart der Eschborner, denn es gab Freistöße etwa im 30-Sekunden-Takt und auch die die dritte berechtigte Eschborner Zeitstrafe für Bittner (90.). So brachten wir den hauchdünnen Sieg ohne weitere brenzlige Situation über die Ziellinie.
So etwa nach 60 Minuten wurde man sich bewusst, dass diesmal wohl ein alter Fußballerspruch zur Anwendung kommt: „Wer das erste Tor schießt, gewinnt!“. Das waren die Marxheimer und der Sieg war unterm Strich nicht unverdient. Wir hatten zwei, drei klare Torchancen mehr, die Eschborner über die ganze Spielzeit gesehen ein paar Feldvorteile. Insofern hätte man sich auch über ein Remis nicht beschweren dürfen, aber unser Ex-Eschborner Aliaj machte am Ende den Unterschied!
Alle 27 eingesetzten Kicker hauten alles raus, was sie im Tank hatten! Aber ein kleines Sonderlob geht diesmal an unsere oben erwähnte „neue“ Dreierkette. Sie haben auf einer teilweise ungewohnten Position unter phasenweise starkem Eschborner Druck bravourös verteidigt und im Verbund mit dem gesamten Team die „Null“ gehalten. Hut ab!
Tor: 0:1 Aliaj (74.)